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Günter Jendrich: Leben, Karriere, „Das Rasthaus“ und Ehe mit Antje Hagen

by Maximilian Bauer

Günter Jendrich gehörte zu den bekannten Rundfunk- und Fernsehjournalisten der jungen Bundesrepublik. Der am 5. August 1920 in Breslau geborene Reporter machte sich zunächst mit Sport- und Motorsportreportagen einen Namen. Später verlagerte er seinen Schwerpunkt auf Verkehrssicherheit und wurde vor allem als Initiator und Moderator des Auto- und Verkehrsmagazins „Das Rasthaus“ bekannt.

Heute taucht sein Name häufig im Zusammenhang mit Antje Hagen auf. Die Schauspielerin, die einem jüngeren Fernsehpublikum vor allem als Hildegard Sonnbichler aus „Sturm der Liebe“ bekannt ist, war von 1966 bis zu Jendrichs Tod 1969 mit ihm verheiratet. Die Bedeutung Günter Jendrichs geht jedoch weit über diese Ehe hinaus: Er war ein früher Vertreter des deutschen Motorsportjournalismus und gehörte zu den Medienmachern, die Verkehrssicherheit zu einem regelmäßigen Fernsehthema machten.

Wer war Günter Jendrich?

Günter Kurt Paul Jendrich wurde am 5. August 1920 in Breslau, dem heutigen Wrocław in Polen, geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann seine Laufbahn im Rundfunk. Bereits im Oktober 1945 arbeitete er beim Sender Koblenz, aus dessen Umfeld sich wenig später der Südwestfunk entwickelte.

Ab Ende der 1940er-Jahre war Jendrich eng mit dem Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden verbunden. Er arbeitete im Hörfunk und profilierte sich zunehmend als Reporter. Eine SWR-Chronik dokumentiert beispielsweise, wie er im Juli 1949 gemeinsam mit dem Tontechniker Ernst Gerstle über die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt berichtete. Als mobiles Reportagefahrzeug diente damals ein für Übertragungen umgebauter VW Käfer.

Damit gehörte Jendrich zu einer Rundfunkgeneration, die Live-Berichterstattung unter technisch völlig anderen Bedingungen entwickelte als heutige Radio- und Fernsehteams.

MerkmalInformation
Vollständiger NameGünter Kurt Paul Jendrich
Geboren5. August 1920
GeburtsortBreslau, heute Wrocław
BerufJournalist, Rundfunkreporter, Fernsehmoderator
Sendervor allem Südwestfunk
Bekannt fürMotorsportreportagen, „Das Rasthaus“, Verkehrssicherheit
EhefrauAntje Hagen, verheiratet ab 1966
Gemeinsamer Sohn mit Antje HagenJens Jendrich, geboren 1967
Gestorben3. Juni 1969
Alter beim Tod48 Jahre
TodesursacheLeukämie

Vom Rundfunkreporter zum bekannten Motorsportjournalisten

In den 1950er-Jahren entwickelte sich Günter Jendrich zu einem profilierten Sportreporter. Besonders der Motorsport wurde zu seinem Fachgebiet.

Damals war eine internationale Liveübertragung technisch anspruchsvoll. Satellitenkommunikation und digitale Übertragungssysteme, die heute selbstverständlich erscheinen, standen Rundfunkanstalten noch nicht zur Verfügung. Reporter und Techniker mussten internationale Telefon- und Funkverbindungen aufwendig organisieren.

Ein Meilenstein in Jendrichs Karriere war die Berichterstattung vom Großen Preis von Argentinien am 16. Januar 1955 in Buenos Aires. Die Liveübertragung über eine Distanz von rund 12.000 Kilometern galt für die damaligen Rundfunkverhältnisse als bemerkenswerte technische Leistung und machte Jendrich auch außerhalb des SWF-Sendegebiets bekannter.

In der Folge berichtete er von weiteren bedeutenden Motorsportveranstaltungen. Sein journalistisches Umfeld umfasste zahlreiche bekannte Fahrer und Akteure der damaligen Rennsportszene.

Doch der Motorsport jener Jahre war ausgesprochen gefährlich. Sicherheitsstandards auf Rennstrecken lagen weit unter dem heutigen Niveau. Schwere und tödliche Unfälle waren keine Ausnahme.

Jendrich erlebte unter anderem das katastrophale 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1955 sowie später den tödlichen Unfall von Wolfgang Graf Berghe von Trips beim Großen Preis von Italien 1961 in Monza. Biografische Darstellungen beschreiben diese Erfahrungen als wichtigen Faktor für seine zunehmende Abkehr von der reinen Rennsportberichterstattung.

Sein beruflicher Schwerpunkt verschob sich immer stärker auf die Frage, wie Straßenverkehr und Fahrzeuge sicherer werden könnten.

„Das Rasthaus“ machte Günter Jendrich zum Fernsehgesicht

Der Name Günter Jendrich ist besonders eng mit „Das Rasthaus“ verbunden.

Das vom Südwestfunk produzierte Auto- und Verkehrsmagazin wurde erstmals am 15. November 1961 ausgestrahlt. Jendrich gehörte nicht lediglich zu den Moderatoren, sondern war die entscheidende journalistische Kraft hinter dem Konzept der Sendung.

Dabei ging es nicht ausschließlich um schnelle oder attraktive Autos. Das Format beschäftigte sich mit Fahrzeugen, Autoteilen, Verkehrsfragen, rechtlichen Problemen und vor allem mit der Sicherheit auf deutschen Straßen.

Das war zu Beginn der 1960er-Jahre ein gesellschaftlich hochaktuelles Thema. Der motorisierte Individualverkehr nahm in Westdeutschland rasant zu. Immer mehr Familien konnten sich ein eigenes Auto leisten, Autobahnen und andere Verkehrswege wurden ausgebaut und gleichzeitig rückten Verkehrsunfälle stärker in den öffentlichen Fokus.

„Das Rasthaus“ verband deshalb Verbraucherjournalismus mit Verkehrserziehung.

Jendrich setzte sich dafür ein, dass nicht nur Autofahrer ihr Verhalten hinterfragten. Auch Fahrzeughersteller sollten seiner Auffassung nach mehr Verantwortung für die Sicherheit von Insassen und anderen Verkehrsteilnehmern übernehmen.

Neben „Das Rasthaus“ wirkte er an weiteren Verkehrssendungen mit. Dazu gehörte „Rot – Gelb – Grün“, ein an jüngere Zuschauer gerichtetes Format zur Verkehrserziehung.

Für seinen Einsatz zugunsten der Verkehrssicherheit erhielt Jendrich mehrfach Anerkennung. Unter anderem wurde ihm 1961 und erneut 1967 der Christophorus-Preis für die Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr zugesprochen. 1967 erhielt er zudem ein silbernes Ehrenzeichen der damaligen Bundesverkehrswacht.

Dass die von Jendrich angestoßene Sendung ihn jahrzehntelang überlebte, zeigt ihre nachhaltige Wirkung. „Das Rasthaus“ wurde nach seinem Tod mit anderen Moderatoren fortgeführt und existierte später unter veränderten Titeln weiter. Die daraus entstandene Programmlinie reichte schließlich bis 2013.

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Günter Jendrich und Antje Hagen: Arbeit wurde zur Partnerschaft

Für viele heutige Leser ist Günter Jendrich vor allem deshalb ein Begriff, weil sein Name in Biografien von Antje Hagen auftaucht.

Die beiden lernten sich im Umfeld des Südwestfunks in Baden-Baden kennen. Hagen arbeitete bereits für Rundfunk und Fernsehen und stand außerdem als Schauspielerin auf der Bühne.

1964 kam sie als Co-Moderatorin zu „Das Rasthaus“. Jendrich und Hagen standen damit gemeinsam vor der Kamera, bevor aus der beruflichen Zusammenarbeit eine Ehe wurde.

Am 20. August 1966 heirateten Günter Jendrich und Antje Hagen in Hinterzarten im Hochschwarzwald. Am 18. März 1967 wurde ihr gemeinsamer Sohn Jens geboren.

Jendrich war vor der Ehe mit Hagen bereits verheiratet gewesen. Aus früheren Beziehungen werden in biografischen Dokumentationen zwei weitere Söhne genannt. Für die öffentliche Wahrnehmung ist heute jedoch vor allem die Verbindung mit Antje Hagen präsent.

Hagen selbst hat später mehrfach über diese kurze Phase ihres Lebens gesprochen. Aus ihren Erinnerungen wird deutlich, dass Jendrich für sie nicht lediglich ein beruflicher Partner war, sondern eine zentrale persönliche Bezugsperson.

Die Ehe sollte allerdings nur wenige Jahre dauern.

Woran starb Günter Jendrich?

Günter Jendrich starb an Leukämie.

Die Erkrankung wurde nach den verfügbaren biografischen Angaben Anfang 1969 diagnostiziert. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes beschäftigte er sich bis kurz vor seinem Tod weiter mit seiner Fernseharbeit.

Am 3. Juni 1969 starb Günter Jendrich im Alter von nur 48 Jahren in Ebenung bei Baden-Baden.

Die Todesursache ist keine bloße Internetbehauptung. Auch Antje Hagen selbst hat in späteren Interviews bestätigt, dass ihr Mann an Leukämie starb. Der gemeinsame Sohn war zu diesem Zeitpunkt erst zwei Jahre alt.

Jendrichs früher Tod beendete eine Medienkarriere, die sich zu diesem Zeitpunkt noch stark entwickelte. Bei „Das Rasthaus“ musste seine Position neu besetzt werden. Zu seinen Nachfolgern gehörte der Journalist Wolf Littmann.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Lichtental in Baden-Baden.

Seine Bedeutung für Verkehrsjournalismus und Fernsehen

Günter Jendrich ausschließlich als „früheren Moderator“ zu bezeichnen, greift zu kurz.

Seine Karriere spiegelt mehrere wichtige Entwicklungen der deutschen Nachkriegsmedien wider. Er begann in einer Zeit, in der der Rundfunk nach dem Krieg neu aufgebaut wurde. Anschließend gehörte er zu den Reportern, die internationale Sportereignisse für ein deutsches Publikum unmittelbar erlebbar machten.

Später erkannte er zugleich die Schattenseiten der zunehmenden Motorisierung.

Gerade darin liegt ein wesentlicher Unterschied zu einem reinen Motorsportmoderator: Jendrich berichtete zunächst begeistert über Rennwagen und internationale Rennen, entwickelte sich aber zunehmend zum Verkehrsjournalisten und Verfechter größerer Sicherheit.

Auch seine Veröffentlichungen zeigen diese Entwicklung. Neben Motorsportthemen beschäftigte er sich beispielsweise in dem 1967 erschienenen Ratgeber „Dein Recht am Lenkrad“ mit praktischen Rechtsfragen für Autofahrer.

Seine wichtigste Hinterlassenschaft blieb jedoch „Das Rasthaus“. Die Sendung behandelte bereits Jahrzehnte vor heutigen Auto-, Verbraucher- und Mobilitätsformaten Themen wie Fahrzeugtests, Verkehrsrecht, Sicherheit und Verkehrspolitik in einem regelmäßigen Fernsehmagazin.

Dass dieses Konzept in unterschiedlichen Formen noch lange nach Jendrichs Tod fortgeführt wurde, unterstreicht seine Rolle als früher Wegbereiter dieses Genres im deutschen Fernsehen.

Warum wird heute wieder nach Günter Jendrich gesucht?

Dass Jahrzehnte nach seinem Tod weiterhin nach Günter Jendrich gesucht wird, hat mehrere Gründe.

Zum einen interessieren sich Zuschauer für die Geschichte deutscher Radio- und Fernsehformate. „Das Rasthaus“ gehört zur frühen Geschichte der Auto- und Verbraucherberichterstattung im deutschen Fernsehen.

Zum anderen führt die anhaltende Bekanntheit von Antje Hagen immer wieder zu Jendrich. Hagen gehört seit dem Start von „Sturm der Liebe“ zur bekannten Stammbesetzung der ARD-Telenovela. Wer sich über ihre Biografie, ihre Familie oder ihren verstorbenen Ehemann informiert, stößt zwangsläufig auf Günter Jendrich.

Dabei entsteht leicht der Eindruck, er sei hauptsächlich als Ehemann einer bekannten Schauspielerin relevant. Historisch ist das Gegenteil wichtig: Jendrich hatte bereits eine eigenständige und bundesweit wahrgenommene journalistische Karriere, bevor er Antje Hagen heiratete.

Sein Name verbindet damit mehrere Kapitel deutscher Mediengeschichte: den Rundfunk der Nachkriegszeit, die große Popularität des Motorsports in den 1950er-Jahren, den Aufstieg des Fernsehens und das wachsende gesellschaftliche Bewusstsein für Verkehrssicherheit.

Frequently Asked Questions

1. Wer war Günter Jendrich?
Günter Jendrich war ein deutscher Journalist, Sportreporter und Fernsehmoderator. Bekannt wurde er durch Motorsportreportagen für den Südwestfunk und als Initiator und Moderator des Verkehrsmagazins „Das Rasthaus“.

2. War Günter Jendrich mit Antje Hagen verheiratet?
Ja. Günter Jendrich und Antje Hagen heirateten am 20. August 1966. Die Ehe bestand bis zu seinem Tod im Juni 1969.

3. Hatten Günter Jendrich und Antje Hagen Kinder?
Ja. Ihr gemeinsamer Sohn Jens Jendrich wurde am 18. März 1967 geboren.

4. Woran ist Günter Jendrich gestorben?
Günter Jendrich starb an Leukämie. Die Erkrankung wurde 1969 diagnostiziert.

5. Wann starb Günter Jendrich?
Er starb am 3. Juni 1969 im Alter von 48 Jahren in der Nähe von Baden-Baden.

6. Welche Sendung moderierte Günter Jendrich?
Seine bekannteste Fernsehsendung war „Das Rasthaus“, ein Auto- und Verkehrsmagazin des Südwestfunks. Außerdem moderierte er unter anderem das Verkehrserziehungsformat „Rot – Gelb – Grün“.

7. Warum war Günter Jendrich für den deutschen Motorsport bekannt?
In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren berichtete Jendrich von bedeutenden internationalen Autorennen. Besonders bekannt wurde seine Live-Rundfunkreportage vom Großen Preis von Argentinien 1955.

Conclusion

Günter Jendrich war deutlich mehr als der verstorbene Ehemann von Antje Hagen. Der Journalist gehörte zu den prägenden Rundfunkreportern des Südwestfunks, berichtete international über Motorsport und entwickelte sich später zu einem engagierten Vertreter der Verkehrssicherheit.

Mit „Das Rasthaus“ schuf er Anfang der 1960er-Jahre ein Fernsehformat, das Autothemen mit Verbraucherinformation, Verkehrsrecht und Sicherheitsfragen verband und in veränderter Form noch viele Jahrzehnte weitergeführt wurde.

Seine Ehe mit Antje Hagen begann 1966, 1967 kam der gemeinsame Sohn Jens zur Welt. Bereits am 3. Juni 1969 starb Günter Jendrich im Alter von nur 48 Jahren an Leukämie.

Wer sich mit den frühen Jahren des deutschen Rundfunks, der Geschichte der Motorsportberichterstattung oder den Anfängen moderner Verkehrsmagazine beschäftigt, findet in Günter Jendrich deshalb eine bemerkenswerte Persönlichkeit der deutschen Mediengeschichte.