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MDR-Moderatorin entlassen: Der Fall Andrea Kiewel im Faktencheck

by Maximilian Bauer

Die Suchanfrage „MDR Moderatorin entlassen“ bezieht sich am ehesten auf Andrea Kiewel. Der Mitteldeutsche Rundfunk trennte sich am 21. Dezember 2007 von der damaligen „Riverboat“-Moderatorin. Vorausgegangen war eine Affäre um nicht offengelegte Werbung für das damalige Abnehmprogramm Weight Watchers.

Allerdings ist die Formulierung „entlassen“ erklärungsbedürftig. Der MDR sprach seinerzeit von einer Trennung. Ob arbeitsrechtlich eine Kündigung ausgesprochen oder lediglich ein Moderationsvertrag beendet wurde, lässt sich aus öffentlich zugänglichen Angaben nicht eindeutig ableiten. Fest steht dagegen: Es handelt sich nicht um eine aktuelle Personalentscheidung des Jahres 2026.

Welche MDR-Moderatorin wurde entlassen?

Der bekannteste und eindeutig dokumentierte Fall betrifft Andrea Kiewel. Sie moderierte damals neben ihren ZDF-Sendungen auch die MDR-Talkshow „Riverboat“. Nach Bekanntwerden eines PR-Vertrags mit Weight Watchers beendeten sowohl das ZDF als auch der MDR im Dezember 2007 die Zusammenarbeit mit ihr.

Der MDR hielt in seiner eigenen Chronik fest, dass er sich am 21. Dezember 2007 von der „Riverboat“-Moderatorin trennte. Anlass war die Schleichwerbeaffäre, die vor allem durch Kiewels Auftritte in ZDF-Sendungen ausgelöst worden war.

Damit lautet die kurze Antwort: Andrea Kiewel ist die MDR-Moderatorin, die mit der Suchphrase höchstwahrscheinlich gemeint ist.

Warum trennten sich MDR und ZDF von Andrea Kiewel?

Im Mittelpunkt stand eine geschäftliche Vereinbarung zwischen Andrea Kiewel und Weight Watchers. Kiewel hatte das Unternehmen öffentlich positiv erwähnt, ohne die vertragliche Verbindung transparent zu machen.

Besonders folgenreich war ein Auftritt in der ZDF-Talkshow von Johannes B. Kerner im Januar 2007. Dort wurde Kiewel direkt gefragt, ob eine geschäftliche Beziehung zu Weight Watchers bestehe. Sie verneinte dies, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein PR-Vertrag existierte. Später räumte die Moderatorin den Fehler ein und entschuldigte sich.

Das ZDF begründete die Trennung mit der zerstörten Vertrauensbasis. Kurz darauf erklärte auch der MDR, Andrea Kiewel nicht weiter bei „Riverboat“ einzusetzen.

Wichtig ist eine genaue Unterscheidung: Öffentlich dokumentiert ist nicht, dass Andrea Kiewel in „Riverboat“ verbotene Werbung platziert hätte. Die letzte bereits aufgezeichnete Ausgabe wurde nach damaligen Angaben überprüft und sollte keine entsprechenden werblichen Aussagen enthalten. Die MDR-Entscheidung war vielmehr eine Reaktion auf die gesamte Affäre und den daraus entstandenen Vertrauensverlust.

Der Fall Andrea Kiewel in der zeitlichen Übersicht

ZeitpunktEntwicklung
Januar 2007Andrea Kiewel erwähnt Weight Watchers in einer ZDF-Talkshow und bestreitet eine geschäftliche Verbindung
Dezember 2007Der PR-Vertrag wird öffentlich bekannt
21. Dezember 2007ZDF und MDR beenden die Zusammenarbeit mit Kiewel
2008Kiewel moderiert den „ZDF-Fernsehgarten“ nicht
10. Mai 2009Rückkehr als Moderatorin des „ZDF-Fernsehgartens“
2026Kiewel präsentiert weiterhin die ZDF-Sendung

Die damalige Trennung bedeutete somit nicht das endgültige Ende ihrer Fernsehkarriere. Nach einer einjährigen Pause holte das ZDF die Moderatorin zurück. Am 10. Mai 2009 präsentierte sie erstmals wieder den „Fernsehgarten“.

Was macht Andrea Kiewel heute?

Andrea Kiewel gehört weiterhin zu den bekanntesten deutschen Fernsehmoderatorinnen. Auch in der Jubiläumssaison 2026 führt sie durch den „ZDF-Fernsehgarten“. Ihre offizielle ZDF-Biografie nennt sie ausdrücklich als Moderatorin des Formats.

Ihre Rückkehr zeigt, dass die Entscheidung von 2007 zwar einen erheblichen Karriereeinschnitt darstellte, aber kein dauerhafter Ausschluss aus dem deutschen Fernsehen war. Zum MDR-„Riverboat“ kehrte sie jedoch nicht als reguläre Moderatorin zurück.

Wer heute nach einer „entlassenen MDR-Moderatorin“ sucht, stößt daher auf eine Geschichte, die fast zwei Jahrzehnte zurückliegt. Aktuelle Schlagzeilen oder Veränderungen im MDR-Programm sollten nicht automatisch mit diesem Fall verbunden werden.

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Welche anderen MDR-Moderatorinnen werden häufig verwechselt?

Mehrere Abschiede und Programmwechsel können den Eindruck erwecken, eine Moderatorin sei entlassen worden. Die Hintergründe unterscheiden sich jedoch deutlich.

Else Buschheuer: Die Journalistin moderierte seit 2007 das MDR-Kinomagazin „Kino Royal“. 2013 wurde bekannt, dass das Format wegen erheblicher Budgetkürzungen künftig ohne Moderation auskommen sollte. Medien beschrieben den Vorgang zugespitzt als „Rauswurf“. Dokumentiert ist vor allem eine programmatische und finanzielle Entscheidung, durch die Buschheuers Moderationsaufgabe entfiel.

Katrin Huß: Ihr Abschied von „MDR um 4“ im Jahr 2016 war keine Entlassung. Huß erklärte selbst, dass sie die Sendung verlassen habe, um ihr Leben neu auszurichten und eine Pause einzulegen. Der MDR bedauerte und respektierte ihre Entscheidung.

Nadia Kailouli: Sie moderierte das ARD-„Mittagsmagazin“ beim RBB. Als die Verantwortung für die Sendung 2024 zum MDR wechselte, gehörte sie nicht zum neuen Moderationsteam. Das war keine Entlassung einer MDR-Moderatorin, da Kailouli zuvor für die RBB-Ausgabe arbeitete. Die personelle Neuausrichtung führte allerdings zu einer öffentlichen Kontroverse.

Julia Ruhs: Auch ihr Name taucht im Zusammenhang mit einer abgesetzten öffentlich-rechtlichen Moderatorin auf. Der betreffende Vorgang spielte sich jedoch beim NDR ab, nicht beim MDR.

Diese Fälle zeigen, warum bei Schlagzeilen genau auf Sender, Sendung und Datum geachtet werden muss.

Haben die MDR-Sparmaßnahmen 2026 eine Moderatorin den Job gekostet?

Für 2026 ist keine einzelne bekannte MDR-Moderatorin öffentlich als „entlassen“ bestätigt worden. Der Sender kündigte allerdings im Mai 2026 weitreichende Programmänderungen an, die ab 2027 greifen sollen.

Dazu gehört, dass „MDR um 2“ nicht mehr als lineares Fernsehmagazin fortgesetzt, sondern zu einem Streamingformat für regionale Themen weiterentwickelt werden soll. Zudem erwägt der MDR, die Produktion des ARD-„Mittagsmagazins“ abzugeben. Als Grund nennt der Sender eine erhebliche Finanzierungslücke infolge der ausgebliebenen Anpassung des Rundfunkbeitrags.

Aus dem Ende oder Umbau einer Sendung folgt jedoch nicht automatisch, dass deren Moderatorinnen entlassen wurden. Dafür wären bestätigte Informationen über die jeweiligen Vertrags- oder Beschäftigungsverhältnisse erforderlich. Solche öffentlichen Bestätigungen liegen derzeit nicht vor.

Entlassung, Absetzung oder freiwilliger Abschied?

Im Medienbereich werden diese Begriffe häufig vermischt:

BegriffBedeutung
Entlassung oder KündigungDer Arbeitgeber beendet ein Arbeitsverhältnis
VertragsendeEin befristeter oder projektbezogener Vertrag läuft aus
AbsetzungEine Person verliert eine bestimmte Sendung oder Moderationsaufgabe
ProgrammänderungEin Format wird umgebaut, eingestellt oder ohne Moderation fortgeführt
Freiwilliger AbschiedDie Moderatorin beendet die Tätigkeit aus eigener Entscheidung
SenderwechselDie Person setzt ihre Karriere bei einem anderen Medienhaus fort

Eine Moderatorin kann aus einer Sendung verschwinden und trotzdem beim Sender beschäftigt bleiben. Umgekehrt kann ein Format fortgesetzt werden, obwohl ein einzelner Moderationsvertrag endet. Deshalb ist „entlassen“ ohne eine offizielle Bestätigung oft eine zu weitgehende Behauptung.

Häufig gestellte Fragen

1. Welche MDR-Moderatorin wurde entlassen?
Die Suchphrase bezieht sich am wahrscheinlichsten auf Andrea Kiewel. MDR und ZDF trennten sich im Dezember 2007 von ihr.

2. Warum musste Andrea Kiewel beim MDR aufhören?
Grund war die Affäre um einen zunächst nicht offengelegten PR-Vertrag mit Weight Watchers und der daraus entstandene Vertrauensverlust.

3. Wann wurde Andrea Kiewel beim MDR abgesetzt?
Der MDR gab die Trennung am 21. Dezember 2007 bekannt. Betroffen war ihre Moderation der Talkshow „Riverboat“.

4. Gab es Schleichwerbung bei „Riverboat“?
Dafür gibt es keine zuverlässige öffentliche Bestätigung. Der bekannte Vorfall betraf Auftritte Kiewels in ZDF-Sendungen.

5. Arbeitet Andrea Kiewel heute noch als Moderatorin?
Ja. Sie moderiert auch 2026 den „ZDF-Fernsehgarten“.

6. Wurde Katrin Huß vom MDR entlassen?
Nein. Katrin Huß verließ „MDR um 4“ im Jahr 2016 nach eigener Darstellung freiwillig.

7. Werden die Moderatorinnen von „MDR um 2“ entlassen?
Das lineare Magazin soll ab 2027 in dieser Form nicht fortgeführt werden. Eine Entlassung bestimmter Moderatorinnen oder Moderatoren wurde jedoch nicht öffentlich bestätigt.

Fazit

Hinter der Suchanfrage „MDR Moderatorin entlassen“ steckt am ehesten der Fall Andrea Kiewel. Der MDR trennte sich am 21. Dezember 2007 von der „Riverboat“-Moderatorin, nachdem ihre nicht offengelegte geschäftliche Verbindung zu Weight Watchers bekannt geworden war. Auch das ZDF beendete damals vorübergehend die Zusammenarbeit.

Eine aktuelle Entlassung einer bekannten MDR-Moderatorin ist dagegen nicht bestätigt. Programmänderungen, freiwillige Abschiede und auslaufende Moderationsaufgaben sollten nicht als Kündigung dargestellt werden, solange dafür keine verlässliche öffentliche Bestätigung existiert. Bei neuen Meldungen lohnt sich deshalb immer der Blick auf das genaue Datum, den betroffenen Sender und dessen offizielle Formulierung.